Kleine Wunder in Athen
Ein Fillipos-Tsitos-Film (2009), 107 min.
Dienstag, 8.2.2011, Beginn 20:30 Uhr
Der schrullige Ladenbesitzer Stavros und seine nicht minder schrulligen Freunde sind überhaupt nicht begeistert, als albanische Bauarbeiter im Auftrag der Stadt mit der Arbeit an einem Denkmal für „interkulturelle Solidarität“ beginnen. Nicht nur, dass die kaum befahrene Kreuzung im Athener Viertel Akademia Platonos dann nicht mehr für ihre improvisierten Fußballspiele herhalten kann. Auch mit der interkulturellen Solidarität ist es bei den vier Griechen nicht sehr weit her – schon die Bedeutung der beiden Worte herzuleiten fällt ihnen schwer. Kurzerhand verjagen sie die albanischen Arbeiter, zerstören die Baustelle und erklären dem Projekt den Krieg. „Ihr baut auf, wir zerstören“, kündigt Stavros an und formuliert damit aus, was Regisseur Fillipos Tsitos über die Beziehung von Griechen und Albanern in Athen zu sagen hat.
„Albaner, ihr werdet niemals Griechen sein“ – das ist die fremdenfeindliche Parole, die hier nicht nur bei Fußballspielen zum Besten gegeben wird. Für unsere Freunde ist die Sache klar: Die schmutzigen Albaner machen die schmutzigen Jobs, man erkennt sie immer schon von Weitem, notfalls auch deshalb, weil sie zuverlässig von Hund Patriot angebellt werden. Doch für Stavros ist der Umbau seiner Kreuzung noch nicht einmal das größte Problem. Er leidet an chronischer Schlaflosigkeit und muss sich zudem um seine nach einem Schlaganfall stark hilfsbedürftige Mutter kümmern. Und Stavros erleidet fast selbst einen solchen, als der Albaner Marenglen (Anastasis Kozdine), über den sich seine Freunde noch am Vormittag lustig gemacht hatten, in seinem Wohnzimmer sitzt. Stavros’ Mutter glaubt sich auf einem alten Kinderfoto Marenglens wiederzuerkennen und erklärt dem schockierten Griechen, dass der Albaner ihr verlorener Sohn sei, den sie vor langer Zeit bei der Umsiedlung nach Athen zurücklassen musste. Von der Echtheit des Fotos lässt sich Stavros nicht so leicht überzeugen, die Frau mit den zwei Kindern auf dem vergilbten Foto könnte auch jede andere Frau sein. Eine andere Tatsache irritiert ihn erheblich stärker: Seine Mutter spricht plötzlich fließend albanisch ...